„Kommt, wir woll‘n Laterne laufen, zündet eure Kerzen an…!“ – Schulgemeinde feiert den Heiligen Martin traditionell in der Burgruine

(Foto: S.Möller)

Der warme Schein der Wachsfackeln lag flackernd über dem alten Gemäuer und auf den Gesichtern der wartenden Schüler, die am vergangenen Martinstag rings auf der Burgmauer ihre Posten bezogen hatten. Langsam kroch die Kälte von unten an den Viertklässlern hoch, dennoch harrten sie beinahe reglos aus, die Fackeln stolz in die Nacht haltend und den Blick geduldig auf den dunklen Wald gerichtet. Endlich war er in der Ferne zu sehen: Der schaukelnde, bunte Schein des Martinszuges spiegelte sich auf dem Wasser des nahen Muttenbaches wider und tauchte die umliegenden Baumstämme seinerseits in ein eindrucksvolles Schauspiel aus Licht und Schatten. Traditionell zogen auch in diesem Jahr die Schüler der Klassen 1-3 zu Ehren Sankt Martins mit ihren selbstgebastelten Laternen von der Zeche Nachtigall aus durch den nachtschwarzen Wald zur Burgruine Hardenstein.

Begleitet wurden die Unterstufenschüler, Eltern und Lehrer abermals vom Posaunenchor Bommern, der die Sängerinnen und Sänger nach Kräften unterstützte, sodass der Zug auch weithin zu hören war: „Abends, wenn es dunkel wird, und die Fledermaus schon schwirrt, zieh‘n wir mit Laternen aus….“ Nach der Ankunft des Zuges in der Burgruine sorgten Fackeln und Laternenschein für eine wunderbar feierliche Atmosphäre im ehemaligen Burghof. Dann spielte der Posaunenchor noch einmal auf, während auf der alten Festungsmauer, hoch über den Köpfen der Laternenträger Sankt Martin barmherzig dem Bettler „den halben still“ übergab. Im Anschluss machten Körbe die Runde und es wurden Martinshörnchen an Groß und Klein verteilt, die im Geiste des Heiligen miteinander geteilt wurden, bevor sich alle auf den Rückweg machten: „Ei, nun gehen wir nach Haus, blasen die Laternen aus, lassen Mond und Sternelein leuchten in der Nacht allein….“

Stephanie Möller

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