„Jedes Kind ist ein Künstler.“ – Schüler gestalten Fußgängertunnel im Rahmen von Projekt „Waldorf 100“

Mit Schillers „Ode an die Freude“ stimmte die 5. Klasse um Lehrerin Veronika Kühn auf ihren Blockflöten auf eine feierliche Wiedereröffnung ein: An dem Fußgängertunnel Sprockhöveler Straße gaben sich Nachwuchskünstler unserer Schule und interessierte Bürgerinnen und Bürger in der letzten Woche ein Stelldichein. Im Rahmen einer Projektwoche zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Waldorfschulen hatten rund 20 Oberschülerinnen und -schüler der vier benachbarten Waldorfschulen zuvor zu Palette und Pinsel gegriffen, um die verwahrloste Bahnunterführung mit viel Elan und Kreativität in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Die Zeit war dabei knapp bemessen: Nachdem die Stadt über das Quartierszentrum Heven-Ost/ Cremgeldanz und die Bahn als Eigentümerin sofort ihre Unterstützung zugesichert hatten, bereitete die Fachfirma „Veneo“ die Unterführung in nur einer Woche für das Kunstprojekt vor, indem der Tunnel zunächst mit Hochdruckreinigern gesäubert, dann mit Grundierung vorgestrichen wurde. Auch der freundlich helle Anstrich und die bogenförmigen „Fenster“ wurden von „Veneo“ als Sponsoring geleistet. Dann war es an den Schülerinnen und Schülern den Pinsel zu schwingen – ganz im Geiste Picassos: „Die Motive haben wir alle selbst ausgewählt“, erzählt Zehntklässlerin Amelie aus Witten, „Und auch die Zusammenarbeit zwischen den Schulen hat prima funktioniert. Meine Partnerin Rosa von unserer Bochumer Nachbarschule und ich, wir hatten sofort einen super Draht zueinander und waren uns gleich einig, was wir malen wollten.“
Unterschiedlichste Motive sind so in den „Fenstern“ entstanden, von Superman über den kleinen Prinzen in seinem Universum zum freundlichen Dino, von Tiefseeimpressionen über alpine Ausblicke zu futuristischen Fantasiewelten.

Bürgermeisterin Sonja Leidemann war es sichtlich eine Freude, die einladend bunte und dank der ebenfalls gespendeten Deckenleuchten nunmehr helle Unterführung für die Wittener zu eröffnen. Und Freude drückten auch die anwesenden Bürgerinnen und Bürger aus, die sich bei Kaffee und Kuchen das Projekt vorstellen ließen, um das entstandene Kunstwerk dann in Augenschein zu nehmen. Anwohnerin Brigitte Kogelheide beispielsweise lobte das Ergebnis in den höchsten Tönen: „Wunderbar, kein Vergleich zu vorher! Jetzt traue ich mich auch wieder mit gutem Gefühl hier durch.“ Und mit Augenzwinkern verriet sie: „… und ein Lieblingsbild habe ich auch schon!“

Stephanie Möller

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