Das Klassenspiel der 3. Klasse holte die „Heinzelmännchen zu Köln“ auch nach Witten

In der vergangenen Woche waren die Zipfelmützen los: Die Heinzelmännchen der 3. Klasse waren emsig bei der Arbeit, deshalb konnte sich so manch’ braver, aber doch etwas fauler Handwerksmann getrost auf‘s Ohr legen, während sein Tagwerk von den fleißigen Helfern erledigt wurde. – Die Schüler der Unterstufe und der Patenklasse sowie die Kindergartenkinder des benachbarten Familienzentrums und natürlich alle Eltern und Verwandte durften sich über das Klassenspiel „Die Heinzelmännchen zu Köln“ freuen, das Klassenlehrer Uwe Weiler mit seiner Klasse im Rahmen der Handwerker-Epoche auf die Bühne brachte. Dabei hat die Ballade von August Kopisch, der die Volkssage im 19. Jahrhundert in Gedichtform gebracht und so weithin bekannt gemacht hatte, als Stoff an Waldorfschulen durchaus Tradition: Bereits der Wiener Lehrer Tobias Richter hatte die Geschichte der „zipfelmützigen Handwerkergehilfen“ als Klassenspiel ausgearbeitet, indem er kleine Dialoge der Handwerker den verschiedenen Strophen voranschickte; Uwe Weiler fügte nun im selben humorvollem Ton noch einige weitere Berufe hinzu, sodass die Drittklässler nicht nur in die Rollen von Bäckern, Fleischern, Schneidern oder Zimmerleuten schlüpften, sondern auch Küfer ihr schweres Fass ächzend vor sich her rollten, Bauern erschöpft von der Feldarbeit zusammensanken, Maler ermattet die Pinsel sinken lassen und Töpfer mühevoll den feuchten Ton schleppen mussten. Und selbst der Lehrer entschlummerte erschöpft ob des riesigen Stapels zu korrigierender Klassenarbeiten! Doch glücklicherweise schwangen die Heinzelmännchen an seiner Stelle kräftig den Rotstift während seines Schläfchens, sodass am Morgen wiederum alle Arbeit schon getan ist. So gemütlich hätte es gern bis zum heutigen Tage weitergehen dürfen, wäre jemand nicht zu neugierig geworden und hätte den fleißigen Hausgeistern des nachts keine Erbsen hingestreut, denn – husch, husch! – sind alle Heinzelmänner plötzlich auf Nimmerwiedersehen verschwunden.
Das reduzierte Bühnenbild mit den wechselnden großformatigen Abbildungen, passend zum jeweils dargestellten Beruf, die mit den nötigen
Requisiten und zünftigen Trachten ausstaffierten Darsteller und der Wechsel aus humorvollen Reimen und gemeinsam vorgetragenen Liedern ergaben ein stimmiges Gesamtbild: Den Zuschauern hat es sichtlich Spaß gemacht.

Stephanie Möller

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