Auf dem beschwerlichen Weg zu leckeren Brötchen: Viertklässler schwangen fleißig den Dreschflegel

Am vergangenen Freitag durfte die vierte Klasse mit Klassenlehrerin Grit van Aalst auf dem Demeter-Hof Sackern in Wetter-Albringhausen „ihren“ Roggen zu Mehl verarbeiten. Das Getreide hatte die Klasse im Rahmen ihres Epochenunterrichts „Vom Korn zum Brot“ im vergangenen Herbst selbst gesät, nachdem sie das Feld zunächst mit Muskelkraft gepflügt hatte; im Hochsommer waren fleißige Erntehelfer dann sogar in den Ferien ausgerückt, um die langen Ähren zu schneiden und wie alters her zu goldgelben Garben zu binden.
Nun war es Zeit für den nächsten Schritt und wieder krempelten die Schülerinnen und Schüler voller Eifer die Ärmel hoch: Unter der fachkundigen Anleitung von Gemüsebauer Kai Holtröhr ließen die Viertklässler die schweren Dreschflegel reihum auf die Garben niedersausen: „Hört ihr die Drescher? Sie dreschen im Takt: klipp-klapp-klapp…“ So klang es dabei aus den Kehlen der Umstehenden, während Klassenlehrerin Grit van Aalst auf der Flöte den Takt vorgab. Unter die Getreidehalme hatten die Schülerinnen und Schüler ein großes Tuch aus Baumwolle gebreitet, um die Körner aufzufangen, die die Dreschhölzer den Ähren austrieben. Dann wurde Armvoll um Armvoll Halme beiseite genommen, um direkt den Kälbchen in ihrem Stall nebenan als kuscheliges Lager zu dienen. Die Getreidekörner fegten die Kinder derweil zusammen, um anschließend mit großen Sieben die Spreu vom Roggen zu trennen. Immer wieder mussten die Körner dabei mit Gefühl aus den Sieben in die Luft geschleudert und geschickt wieder aufgefangen werden, damit der Wind seinen Teil der Arbeit tun konnte. Schließlich waren die Getreidekörner dann von Staub und Spelzen befreit, die Kinder konnten endlich in die Rolle des Müllers schlüpfen. Und wieder war Muskelkraft gefragt: Die Viertklässler mahlten die Körner zwischen zwei schweren Mahlsteinen, nur langsam sammelte sich dabei das Roggenmehl in der Handmühle. Immer wieder wechselten sich die Kinder geduldig ab, frische Arme trieben die Steine weiter an.
Am Ende dieses arbeitsreichen Vormittags konnten die Schülerinnen und Schüler dann stolz sein auf eine ganze Tüte frischen, selbst hergestellten Mehls! Davon werden sie ganz bald gemeinsam Teig kneten und die Brötchen – ihre Brötchen! – dann im schuleigenen Holzofen knusprig backen, bevor der duftende Schatz zusammen im Klassenzimmer verzehrt wird. Zufrieden nach getaner Arbeit und voller Vorfreude traten die Viertklässler ihren Rückweg zur Schule an… Ein großes Dankeschön an die Hofgemeinschaft, die dieses Erleben vom Korn zum Brot möglich gemacht und ein Jahr lang begleitet hat!

Stephanie Möller

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