„Husch auf die Stange“ – Krabat als Achtklassspiel

Es blitzte und donnerte jedes Mal gewaltig im Saal unserer Schule als die/der MeisterIn seinen zwölf Mühlknappen befahl, sich als Raben verwandelt auf die Stange zu begeben, um aus dem Koraktor die nächsten Zaubersprüche zu lernen.

In vier tollen Aufführungen gelang es allen Darstellerinnen und Darstellern der achten Klasse bei dem selbst ausgewählten Jugendbuchklassiker „Krabat“ von Otfried Preußler, die mysteriöse und geheimnisvolle Stimmung des Stückes glaubhaft auf die Bühne zu bringen. Wie gut passt doch das Stück zu dem Alter der Jugendlichen, wenn der Autor über sein Buch sagt, dass „Krabat die Geschichte meiner Generation ist und die aller jungen Leute, die mit der Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken“. Wunderbar schließt es sich somit auch an das Sechstklassspiel „Ronja Räubertochter“ an, als sie auszogen, „um die Welt zu erobern“.

Unter der gekonnten Regie von Stefan Wiemer, unterstützt von Susanne Tress und Silke Kost, haben es die Schülerinnen und Schüler trotz einer denkbar kurzen Vorbereitungszeit geschafft, die Geschichte vom Waisenjungen Krabat wunderbar zu erzählen, der aus scheinbar freien Stücken in die Zaubermühle im Koselbruch ging, um gemeinsam mit den übrigen elf Knappen in die Schwarze Kunst eingeführt zu werden.

Nach und nach wird ihm jedoch klar, welch dunkles Geheimnis die Mühle beherbergt und dass der Meister jedes Jahr einen Knappen opfert, damit seine eigene Macht nicht gefährdet wird. Durch die Liebe zu dem Mädchen Kantorka und der Unterstützung von Juro gelingt es Krabat am Ende jedoch, den Meister zu besiegen und seine elf Mitgesellen von dem Joch zu befreien und ihre Freiheit – wenn auch ohne Zauberkräfte – zurückzugewinnen.

Jede Stimmung, wie die Last der schweren Arbeit, die Angst vor dem Gevatter und dem Meister, die ausgelassene Freude, wenn mit der Zauberei dem Ochsenwirt ein Streich gespielt wird oder wenn die Mädchen des Dorfes bei der Kirmes die Gesellen zum Tanz auffordern – haben die Jugendlichen wirklich authentisch dem Publikum dargeboten.

Nebenbei war es besonders schön erneut zu erleben, wie es eine gute Klassengemeinschaft schaffen kann, ein solches Projekt, inkl. der Elternunterstützung bei Bühnenbau, Maske und Catering, zu einem schönen GemeinschaftserG/Lebnis werden zu lassen.

Bleibt zu hoffen, dass es unseren heranwachsenden Kindern zukünftig gelingen wird, den Verlockungen des Lebens dank der Liebe zu widerstehen.

Markus Bremshey


Fotos: K.Söhngen

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